Hochschulstadt Bernburg (Saale)

Hochschule Anhalt (FH)
Anhalt University of Applied Sciences, Standort Bernburg (Saale)

Die Entwicklung Bernburgs zum Hochschulstandort begann 1880/82 mit der Gründung einer Herzoglichen Anhaltischen Versuchsstation in der Junkersgasse (heute: "Vor dem Nienburger Tor 13"), aus der 1947 das Institut für Pflanzenzüchtung hervorging. Das Institut für Agrarökonomie begann auf dem ehemaligen Gelände des Flugzeugzweigbetriebes der Dessauer Flugzeug- und Motorenwerke AG und des Fliegerhorstes mit landwirtschaftlicher Forschung und Lehre im Stadtteil Strenzfeld. Dieser Stadtteil war durch den Bau des Fliegerhorstes und der Junkerswerke an der Neugatterslebener Straße neu entstanden und erhielt seinen Namen durch die Bezeichnung der Flur "Strenzfeld".

1961 erhielt das Institut den Status einer Hochschule für Landwirtschaft und trat die Rechtsnachfolge der Institute für Agrarökonomie, für Agronomie und für Zootechnik mit Promotions- und Habilitationsrecht an. 1967 erfolgte die Umprofilierung zur Hochschule für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft. Ab 1981 wurde ein vierjähriges Studium in der Fachrichtung Agrarökonomie, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre eingeführt.

Mit der Neugründung der Hochschule Anhalt (FH) am 1. Oktober 1991 an den Standorten Dessau, Köthen und Bernburg wurde Bernburg mit zwei Fachbereichen ausgestattet. Angesiedelt sind hier der Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung sowie der Fachbereich Wirtschaft. Insgesamt werden acht verschiedene Bachelor- und neun Masterstudiengänge sowie ein Fernstudiengang u. a. in den Fachrichtungen Landwirtschaft, Naturschutz, Landschaftsarchitektur, Ökotrophologie, Immobilienwirtschaft sowie Wirtschaftsrecht angeboten. Am 3. November 1997 wurde ein wichtiger Schritt getan. Der "Bann", aus der Stadt ausgeschlossen zu sein, fiel. Das alte Marien-Kloster der Talstadt wurde Lehrgebäude der Hochschule. Es wurde dem Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung übergeben (Mietvertrag der Hochschule mit der Stiftung St. Johannis Hospital seit 21.06.1995, danach erfolgten umfangreiche bauliche Maßnahmen). Der Studiengang Wirtschaftsrecht wurde mit dem Wintersemester 1997/98 neu eingeführt. Weitere Gebäude der Talstadt, wie das Altstädter Rathaus am Markt oder ein Neubau am Kurhaus wurden als Lehrgebäude eingerichtet. Am 30. April 2000 übergab der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Reinhard Höppner das neue Zentrum für Wissenschaft und Technik im Kurhaus der Hochschule Anhalt (FH). Der gläserne, sechseckige Anbau dient seitdem Forschungsgruppen der Hochschule. Zum Wintersemester 2004/05 wurde im Zuge des Bologna Prozesses von Diplomstudiengängen auf die gestuften Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Die neuen Abschlüsse sind international kompatibel und bewirken eine Verkürzung der Studienzeit.

Gegenwärtig ist die Hochschule Anhalt (FH) mit über 7.000 Studierenden an allen drei Standorten die größte Fachhochschule in Sachsen-Anhalt. Es werden insgesamt 27 Bachelor- und 27 Masterstudiengänge an sieben Fachbereichen angeboten.