Knecht Ruprecht

Heele Christ

Es war einmal ein Schreckgespenst, Teufel oder Geist, so berichtet eine Sage über die Gestalt des Knecht Ruprecht. Als Priester des winzigen Dorfes Kölbigk (Cölbigk-Ortsteil der Gemeinde Ilberstedt) predigte er das Evangelium. Das Christentum war damals, zu Beginn des 11. Jahrhunderts an der Grenze des Frankenreiches noch schwach, heidnische Bräuche lebten noch im Volksbrauchtum weiter.

Am Heiligabend des Jahres 1020 traf der Fluch des Priesters: "So tanzt fort ohne Ruh und Rast bis in den Tod", eine Gruppe singender und tanzender Bauern vor der Kirche, die das heidnische Fest der Wintersonnenwende feierten. Die Überlieferung berichtet, dass sie ein Jahr lang tanzen mussten, bis sie ein anderer heiliger Mann erlöste. Einige starben, der Rest litt an den Folgen des Veitstanzes. Das Tanzwunder von Kölbigk sprach sich im tief abergläubischen Land schnell herum. Und nach dem Tod des Priesters, den das Volk einen bösen Zauberer nannte, spukte Ruprecht zum Entsetzen des Landvolkes zur Weihnachtszeit am Flüsschen Wipper.

Er lockte die Bauern in den Tod, doch den Gottesfürchtigen war er gnädig. Über die Zeit änderte sich der Aberglauben, und weil er zur Weihnachtszeit erschien, wandelte er sich vom Dämon und Kinderschreck hin zum Bernburger Weihnachtsmann mit dem Beinamen Heelechrist. Die Geschichten-Erzähler und Schreiber formten Ruprecht nach Bedarf und Sichtweise. Von Brandenburg bis Thüringen erzählten die Leute die "wahre" schreckliche Geschichte. Der Ort des Wunders wurde bis zur Reformation ein viel besuchter Wallfahrtsort mit Kloster. Die Reformation löschte den Kölbigker Heele Christ aus, was blieb ist der Einzug des Bernburger Weihnachtsmannes Knecht Ruprecht und der Bernburger Heele-Christ-Markt zur Adventszeit.

Der Einzug des Bernburger Weihnachtsmannes auf einem Karren, inmitten von begleitenden Kindern, eröffnet den Heele-Christ-Markt.
Der Markt zur Adventszeit gehört zu den schönsten in Sachsen-Anhalt.