EFRE-Projekt - Neugestaltung des Museums

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Der Blaue Turm und das Museum, Altes und Krummes Haus im Schloss Bernburg (Saale) werden aufgrund des baulich und energetisch stark sanierungsbedürftigen Zustandes umgebaut und saniert.
 
Das Bauvorhaben erstreckt sich über dreieinhalb Jahre von Dezember 2017 bis Juni 2021.
 
Für die Sanierung und Modernisierung des Museums wurde der Stadt Bernburg (Saale) als Bauherr eine Zuwendung zur Förderung der Umsetzung von Maßnahmen der nachhaltigen integrierten Stadtentwicklung im Rahmen des operationellen Programms für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) des Landes Sachsen-Anhalt 2014 - 2020 i. V. m. der Förderung von Stadtumbaumaßnahmen im Programmbereich Aufwertung bewilligt.

Bisher wurden drei Lose vergeben.

Gegenstand des Loses 1 ist der "Blaue Turm".

Hier wird die Planung und bauliche Realisierung der Sanierung des Turmschaftes des Blauen Turmes mit seinem Turmschaftmauerwerk und Gewölbedecken sowie der inneren Holztragkonstruktion des Turmschaftes mit hölzernen Geschossdecken, Wangeneinschubtreppe und Dachtragwerk des Zwischenbaus umgesetzt.

Ziel der Maßnahmen zur Konservierung, Restaurierung und teilweisen Instandsetzung ist die Erhaltung des Blauen Turmes als prägender, gotisch früher renaissancezeitlicher Bestandteil der Bernburger Schlossanlage.

Im Vorfeld wurden bereits Sicherungs- und Untersuchungsmaßnahmen im Rahmen der realisierten Bauabschnitte "Notsicherung Turmschaft" und "Sicherung und Sanierung des Turmkopfes" realisiert sowie Untersuchungen, Berechnungen und Konzeptionen vorgenommen und digitale Bestandsunterlagen in Form eines verformungsgerechten Gebäudeaufmaßes erstellt. Bei der Umsetzung der Maßnahme sind die Vorgaben und Ergebnisse aus Bauforschung und Bauwerksdiagnostik maßgebend.

Alle erforderlichen Sanierungsmaßnahmen, wie die Fassadengerüststellung am Turmschaft und die Mauerwerkssanierungs-, Beton- , Naturstein-, Putzarbeiten, die Zimmer-, Tischler und Mauerarbeiten am Turmschaft, im inneren und äußeren sowie die Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten am Schaftkopf des Zwischenbaus werden durch den Architekten geplant, betreut und begleitet. Statisch-konstruktive Planungen und Bauüberwachungen werden zusätzlich vom Tragwerksplaner unter Einbeziehung des Baugrundgutachters und der Bauwerksdiagnostiker betreut. Eine restauratorisch-konservatorische Planungs- und Baubegleitung hinsichtlich Umgang mit dem Steinmaterial, Mörtel und Flächenputzen ist dabei selbstverständlich.


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Lageplan


Gegenstand des Loses 2 und 3 ist das "Museum, Altes und Krummes Haus".

Hier hat die bauliche Umsetzung das Ziel, durch behutsame Veränderungen und ein einheitliches Präsentationskonzept visuelle Ruhe und Klarheit in das Raumprogramm zu bringen.

Die geplanten baulichen Anpassungen können wie folgt zusammengefasst werden:

Im Kellergeschoss werden einzelne vorhandene Trennwände sowie Durchgänge zurückgebaut und alte Durchgänge wieder geöffnet.
Weiterhin wird ein neuer Sanitärbereich auf der Kellerebene vor die Nordfassade des Alten Hauses gestellt. Somit können getrennte WCs für Damen und Herren sowie ein barrierefreies WC angeboten werden.

Im Erdgeschoss werden die nichtstatischen Einbauten inklusive der Haupttreppe zurückgebaut. Ein neues notwendiges Treppenhaus findet im Zwischenbau zwischen Altem Haus und Blauem Turm Platz, eine zweite Treppe wird im Alten Haus im bestehenden Deckenloch als offene Wendeltreppe platziert. Der vorhandene gestalterisch prägende Unterzug in der Alten Hofstube erhält eine zentrale Innenstütze. Durch den neuen Personenaufzug im Inneneck von Altem und Krummen Haus soll nun ein barrierefreier Zugang aller Ausstellungsebenen möglich werden.

Auch im 1. Obergeschoss wird die historische Raumstruktur durch den Rückbau nichtstatischer Einbauten im Alten Haus erlebbar gemacht. Der notwendige Treppenraum im Zwischenbau wird fortgeführt, die offene Treppe im Alten Haus bringt den Besucher aus dem Erdgeschoss ins Obergeschoss. Der Bodenaufbau im Alten Haus wird barrierefrei gestaltet, die seitlichen Erkerfenster an der Nordfassade werden wieder geöffnet.

Das 2. Obergeschoss
welches derzeit nicht für Besucher zugänglich ist, soll zukünftig die Sonderausstellungsflächen aufnehmen. Die Raumstruktur des Alten Hauses wird ähnlich dem Geschoss darunter auf die historische Einteilung zurückgenommen. Teile der jetzigen Bibliotheksfläche werden zu Gunsten einer Anbindung der neuen Ausstellungsfläche an das Treppenhaus im Zwischenbau verwendet. Die freie Treppe im Alten Haus endet in diesem Geschoss.

Das Dachgeschoss im Alten Haus wird nicht ausgebaut und wird für Besucher nicht geöffnet. Die Decke über dem 2. Obergeschoss wird gedämmt. Der Dachraum bleibt unbeheizt und wird lediglich als Technikfläche für die neue Wärmeerzeugung und die horizontale Verteilung der Heizungsinstallation genutzt. Die neue Treppe im Zwischenbau wird bis in dieses Geschoss geführt.

Begleitend zu den baulichen Veränderungen und Erneuerungen sind umfangreiche Maßnahmen der technischen Gebäudeausrüstung vorgesehen. Die Elektroinstallation wird komplett erneuert, alte Leitungen und Verteilungen werden rückgebaut bzw. stillgelegt. Eine flächendeckende Brandmeldeanlage kompensiert bauliche Defizite aus dem denkmalgeschützten Bestand. Die Ausstellungs- sowie Allgemeinbeleuchtung wird in LED-Technik erneuert und an die Bedürfnisse des Ausstellungskonzeptes angepasst. Eine zeitgemäße Datentechnik unterstützt eine mediale Vermittlung der Ausstellungsobjekte und -inhalte. Zum Schutz des Kulturgutes wird eine Einbruchmeldeanlage mit in die technische Ausstattung genommen. Eine zentrale Heizungsanlage in Gas-Brennwerttechnik mit teilweise flächiger Wärmeübertragung ersetzt die Nachtspeicheröfen und garantiert eine Behaglichkeit in allen Ausstellungsebenen.

Mit dem beschriebenen Maßnahmenpaket wird sichergestellt, dass das Museum im Schloss Bernburg (Saale) den Bedürfnissen des Sammlungsgutes als auch den Bedürfnissen der Besucher gerecht werden kann und den Bildungsauftrag auch in Zukunft mit zeitgemäßen Mitteln leisten wird.