Die frühen Askanier am Harz

Albrechtgemälde

Im Mittelalter ist das Adelsgeschlecht der Askanier neben den Wettinern und den Welfen in Nord- und Mitteldeutschland, die dritte bedeutende Fürstendynastie gewesen. Ihr herausragender Repräsentant war Markgraf Albrecht der Bär (um 1100 - 1170).

Er hat im Machtkampf der Könige und Kaiser Lothar III., Konrad III. und Friedrich I. mit den deutschen Fürsten Bündnisse gewechselt, doch fast immer in Gegnerschaft zu den ihm verwandten welfischen Bayern und Sachsen-Herzögen Heinrich dem Stolzen und Heinrich dem Löwen, die die historische und kulturelle Entwicklung des Deutschen Reiches prägend mitgestaltet haben. Im 12. und frühen 13. Jahrhundert erstreckte sich die Herrschaft der Askanier von ihrem Stammbesitz Ballenstedt ausgehend über ein weitauseinanderliegendes, nicht zusammenhängendes Territorium. Vom Territorium Ballenstedt - Aschersleben, Bernburg (Anhalt) und Köthen (Anhalt) bis in die Nähe von Cuxhaven an der Elbmündung über Lauenburg/ Elbe und Ratzeburg, über mittelelbisches Gebiet um Wittenberg und über das mittlere und östliche Thüringen hinweg bis gegen das oberfränkische Kulmbach am Main. Die Nachkommen von Albrecht dem Bären besaßen die Grafschaften Ballenstedt, Aschersleben mit der Burg Anhalt; die Vogteien Nienburg/Saale, Hecklingen, Gernrode, Ilsenburg; die Herrschaften Plötzkau, Bernburg und Coswig, die Mark Brandenburg, die Grafschaften von Weimar-Orlamünde und von Werben. Ihre bleibende geschichtliche Leistung jedoch ist die Eingliederung der Mark Brandenburg in das Deutsche Reich. Als Kernland des preußischen Großmachtwahns der Hohenzollern brachte die Brandenburg den deutschen Militarismus und Imperialismus hervor, wurde besiegt und verkleinert, doch ist mit unbeschädigter Identität in die Bundesrepublik Deutschland eingegangen. Ihre kultur- historischen Leistungen hingegen sind den Kundigen noch heute ablesbar an den Erscheinungen der Landerschließung und der Besiedlung, an ihren Stadtgründungen, an ihren Burgen, Kirchen- und Klosterbauten. Nach dem Aussterben der bedeutenderen Linien bis zum Ende des Mittelalters ist die bescheidenste von allen, mit dem geringsten Territorium, fast immer durch Erbe geteilt, von 1218 bis 1918 als regierende Dynastie von Anhalt übrig geblieben. Von 1919 bis 1945 war Anhalt ein Freistaat der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Die Siegermacht Sowjetunion beschloss die Zusammenlegung der Provinz Sachsen mit dem Land Anhalt zu einer Verwaltungseinheit Sachsen-Anhalt bis 1952. Mit dem Ende der DDR und der Nachkriegsgeschichte für Deutschland wurde die Struktur des Landes Sachsen-Anhalt als ein Bundesland neu konstituiert. Der Name Anhalt verkörpert noch heute das Erbe der Askanier. Die Ausstellung "Die frühen Askanier im Harz", am 24.02.2002 in Bernburg eröffnet und nach Wanderausstellungen in Sachsen-Anhalt seit Herbst 2003 auf Dauer im Ballenstedter Schloss, dem Stammsitz der Askanier untergebracht ist, spürt den Anfängen der Dynastie und den Grundlagen ihrer Machtentfaltung nach.