Gröna an der Saale

dorfplatz_mit_springbrunnen"In Greene ist's scheene", so die alte Dorfweisheit, die auch heute gern zitiert wird. Darauf ist man stolz und es gehört zur Tradition, sich dafür Mühe zu geben.

Die Grönaer waren frühzeitig bei der Dorferneuerung dabei. Bis 1997 flossen öffentliche und private Mittel in Höhe von 2,13 Mio. DM in die Modernisierung des Dorfes; beispielhaft und nicht vergleichbar mit anderen Gemeinden im Kreis Bernburg. Ohne Fleiß keinen Preis gilt nicht für Gröna, denn die Ehre "Schönstes Dorf" zu sein, konnte man mehrmals gewinnen. Was noch wichtiger ist, steht in der Dokumentation zur Dorferneuerung 1992 - 96 auf Seite 40. Zitat: "Die Einwohner von Gröna und viele Auswärtige mögen den Ort, seine grünen Buschgebiete, den Blick zur Saale, die Pferdeweiden, die Bruchsteinmauern und die alten Pumpen."

Geschichte

In einer Urkunde vom 26.04.983 wird ein Dorf Sarauna oder Sabrau (volkstümlich auch Sarau oder Sara genannt) bei Gröna erwähnt als Besitz des Klosters Nienburg an der Saale. Der Name lässt Rückschlüsse auf die Lage zu, nämlich in einer Biegung der Saale, die mit Ecke oder Kante. Ein Anger gleichen Namens erinnert an diesen Ursprung. Weil die Siedlung auf der rechten Seite der Saale liegt, Grenzfluss zwischen Franken und Slawen, kann man davon ausgehen, dass sie eine slawische Gründung ist. Bodenfunde belegen eine Jahrtausend alte Siedlungsgeschichte. Eine Schwester-Siedlung lag nebenan, und nannte sich Schlewipp-Gröna, bedeutet in Altslawisch: ein Kind, das aus Bosheit schreit. Strikt getrennt voneinander, weil das Dorf Eigentum der askanischen Fürsten von Anhalt ist und Schlewipp, ein Ritterhof, den das Adelsgeschlecht von Krosigk besitzt, Lehensleute der Askanen.

Im Jahre 1386 wird die St. Petrikirche zu Gröna genannt, im Ursprung ist sie romanisch. Sie ist Filialkirche der Aderstedter bis 1863. 1496 setzte der Erzbischof Ernst von Magdeburg als Lehnsherren von Schlewipp und Gröna die Herren Hans von Lattorf und Tilo von Knobln ein. 1522 erwirbt Lorenz von Krosigk, Herr der Grafschaft Alsleben*, die beiden Dörfer und die Krosigks behalten diese in Besitz.
Aderstedt liegt Gröna gegenüber auf der anderen Seite der Saale. Beide Kirchen gehören zum Kloster Ilsenburg im Harz. Ilsenburg erhielt bis 1758 den Kirchzins gezahlt, so belegt durch Kirchenrechnungen.
Nach Einführung der Lehre Luthers im Jahr 1534 wird die Kirchengemeinde in Gröna im Zusammenhang mit einer Kirchenvisitation genannt. Die Fürsten von Anhalt, Johann Georg und Joachim, ordneten eine Bestandsaufnahme an. Im Plötzkauer Flurbuch (Anhalt) steht über Gröna 1601 geschrieben: "In Gröna sitzen 3 Ackerleute und 20 Kossaten, in Schlewipp-Gröna 3 Ackerleute und 11 Kossaten. Der Weinberg, an der Salle gelegen, 12 Morgen groß, liefert jährlich 60 bis 130 Eimer Wein." Im Jahr 1644 wird Gröna in Folge der Auseinandersetzung zwischen der Katholisch-Kaiserlichen Liga und den protestantischen Schweden völlig zerstört und verlassen. Sie siedelten sich südlich von Schlewipp-Gröna an. Diese Neuansiedlung wurde das eigentliche Dorf Gröna.


Heinrich von Krosigk-Gröna
übernimmt die Linie Poplitz, danach sein Sohn Ferdinand Anton (1743 - 1805). Zum Besitz von Poplitz gehörte Laublingen mit Pregelmühle, Peißen, Gröna mit Leau und Groß Böhla in Sachsen. Später kaufte er von seinem Vetter Karl Eschwin von Krosigk-Beesedau das Dorf Beesedau hinzu. Die Adelsfamilie von Krosigk wirkte bis in das 20. Jahrhundert auf die Entwicklung des Dorfes ein. Sie hatten großen Einfluss im Fürsten- und späteren Herzogtum Anhalt-Bernburg und Anhalt, besetzten oft Schlüsselpositionen in wichtigen Ämtern.

Im 19. Jahrhundert war Anton Ferdinand von Krosigk (geb. 10.09.1820 in Gröna/gest. 25.12.1892 in Dessau) eine der herausragenden Persönlichkeiten. Er war ein deutscher Verwaltungsjurist, war tätig als königlich-preußischer Landrat und 1875 übernahm er den Vorsitz des Herzoglich-Anhaltischen Staatsministeriums. Diese Funktion übte er bis zu seinem Tod 1892 aus. Am 27.02.1928 übernahm der Landwirt Fritz von Krosigk das Anwesen. Am 01.11.1928 wurde Poplitz als Gutsbezirk aufgelöst und zu Beesenlaublingen eingemeindet. Am gleichen Tage geschah das auch mit der Domäne Neubeesen. Die Ländereien wurden 1945 durch die Bodenreform in der sowjetisch besetzten Zone enteignet. Die Familie von Krosigk musste ihre Heimat verlassen. 1952 fällt mit der Gebietsreform Gröna zum Kreis Bernburg.

Am 1. Juli 1994 wird ein Vertrag zur Verwaltungsgemeinschaft Bernburg geschlossen.

Am 1. Januar 2010 wird Gröna Ortsteil von Bernburg (Bernburg) und verliert seine Selbständigkeit.


Geografie

Gröna liegt ca. 7,5 km (14 min) südwestlich der Kreisstadt Bernburg (Saale) an der Saale.

Koordinaten: 51° 46`N, 11° 42`O

Höhe über NN: 69 m

Fläche: 7,68 km²

Einwohner: 521 (2017)


Kultur, Freizeit, Sport

Gröna ist ein Ort, der gut erreichbar und dennoch mitten in der Natur liegt, um Gröna herum der Naturpark "Unteres Saaletal". Wegen seiner landschaftlichen Schönheiten und der Naturausstattung ist das untere Saaletal zwischen Halle und Bernburg seit 1961 Landschaftsschutzgebiet. Straßen und Wegenamen in Gröna unterstreichen das, wie zum Beispiel Grüne Gasse, Rustanger oder auch Saalweg. Gröna ist regional eingebettet in das mitteldeutsche Trockengebiet, weil die Regenwolken aus dem Westen im Mittelgebirge Harz ihr Wasser lassen. Weniger dunkle Wolken bedeuten auch mehr Wärme und Sonne. Mit einer mittleren Temperatur von 9°C liegt Gröna über dem Durchschnitt in Deutschland.

Sportplätze, eine Tennisanlage, unweit ein Modellflugplatz, Radwege, Reitwiesen und ein Festplatz, das Dorfgemeinschaftshaus mit dem "Steakhouse White Bull" und die Schiffsgaststätte "Gröna" (auch Eisdampfer genannt), der Schiffs- und Bootsanleger an gleicher Stelle, der überregionale Saale-Radwanderweg und die Fußgängerbrücke bleiben nicht ohne Wirkung auf das Gemeindeleben. Sie locken Ausflügler an, zu allererst die Bernburger.

Traditionell ist das Ringreiterfest. Zwei Wochen nach Pfingsten zieht es viele Zuschauer nach Gröna, um dem Wettkampf der Reiter zuzusehen.

Das jüngste Fest, das "Brückenfest", ist der Einweihung der Fußgängerbrücke über die Saale am 3. Oktober 2004 zu verdanken. Es erinnert an die Einheit Deutschlands und dass nach vielen Jahren der Trennung die andere Flussseite schnell und sicher zu erreichen ist. Neben Radfahrern, Wanderern und Joggern sind es vor allem Radtouristen, die auf dem Saale-Radwanderweg und dem Lutherweg über die Brücke fahren.

Am 3. Oktober 2004 erfolgte zum "Tag der Deutschen Einheit" die Einweihung der neuen Fußgänger- und Radfahrbrücke über die Saale. Um 11:00 Uhr wurde durch Landrat Ulrich Gerstner und Grönas Bürgermeister Henry Schütze die Verbindung der zwei Teilstücke des überregionalen Saale-Radwanderweges freigegeben. Anschließend überquerten tausende Besucher stundenlang die Brücke. Sie bereichert die Naherholung für Sport und Freizeit und bietet Radfahrern neue Radfahrrouten. In Zukunft könnte das Blaue Band Sachsen-Anhalt weitere Angebote schaffen.

Die technische Daten:
  • Dreifelderpylonen-Hängebrücke; lichte Weite zwischen den Endauflagern 101,90 Meter im Wasser stehen die Pfeiler 55 Meter auseinander,
  • Stützweiten: 19,40 - 63,10 - 19,40 Meter, Breite 2,90 Meter, lichte Weite (zw. Geländer) 2,50 Meter, Tragfähigkeit 500 kg/qm.

Im Ortsteil Gröna wird nach anderthalb Jahren Bauzeit am 26. Juni 2010 eine Schiffsgaststätte eröffnet. Die ehemalige MS Havelland der Reederei Wiedenhöft (Bj.:1925, L:25.04 m, Br. 475 m) war die letzten Jahre auf dem Werbelinsee im Einsatz. Die Gemeinde Gröna hatte nach langer Suche dieses kleine außer Dienst gestellte Fahrgastschiff erwerben können mit der Absicht an der Grönaer Saaleradwanderbrücke die touristische Aufenthaltsqualität wesentlich zu verbessern und die Gastronomie in der kleinen Gemeinde zu halten. Damit erhält Gröna Boots- und Schiffsanleger und bietet im Rahmen des Blauen Bandes Sachsen-Anhalt wassertouristischen Service.


Vereine
  • SV "Sportlust 1928" Gröna e.V., Sektion Tennis
  • Ringreitverein Gröna
  • Rassegeflügelverein
  • Schrebergartenverein
  • Anglerverein
  • FFw Gröna
  • Volkssolidarität, Ortsgruppe Gröna