Zu Besuch bei Luthers

Luther und seine Essgewohnheiten

"Es gibt kein Vergnügen, außer dass es erlebt wird. Die Trinkstube verdirbt die Bürger gar: Da lernet man müßig gehen, spielen, fressen und saufen; Hurerei folget hernach."

"Luther selbst liebte eine reine, gewöhnliche Hausspeise", also die allgemein üblichen Gerichte ohne exotische Zutaten und besondere Gewürze. Überliefert ist, daß er nach einer heftigen Blasensteinattacke zum Entsetzen der Ärzte ein Gericht Erbsen mit Senf und einen Brathering verlangte und verzehrte. Hülsenfrüchte spielten als Eiweißlieferanten eine wichtige Rolle. Roggen, Weizen Hirse und Buchweizen wurden verbacken oder kamen als Suppe auf den Tisch. Kraut und Kohl sowie Grütze und Graupen schätzte man. Möhren, Rüben und Rettiche gehörten zu den Gemüsen, die sich längere Zeit aufbewahren ließen. Obst vertrat die Süßigkeiten. An erster Stelle kamen Weintrauben und Pfirsiche, aber auch die verschiedenen Apfel- und Birnensorten waren beliebt. Die Kirschernte im Hause Luther beging man mit einem fröhlichen Fest. Es gab einen hohen Verbrauch an Zwiebeln. Einheimische Küchenkräuter wie Kümmel, Majoran und Minze gehörten zum Alltag, Pfeffer und Zimt blieb Feiertagen vorbehalten.Den subtropischen Safran baute Katharina mit Erfolg selber an. Gern und oft wurde Fisch gegessen. Grüne und eingesalzene Heringe sowie gedörrten Stockfisch bezog man regelmäßig aus dem skandinavischen Raum, eine der seltenen Ausnahmen der sonst üblichen Versorgung aus der unmittelbaren Umgebung."

Rezepte aus dem Hause Luther

Quelle: Katharina von Bora, Biographien zur Reformation von Martin Treu, 1995