Biografie Freiberg

WIR ERINNERN AN

  • ROLF FREIBERG
  • ILSE FREIBERG
  • GITTEL FREIBERG
  • DENNY SALLY FREIBERG

Familie Freiberg begegnet uns bereits an einem anderen Ort in Bernburg, dem Ort wo im Gedenken an die Verfolgung und Deportation der Bernburger Juden der erste Stolperstein für Familie Sally Lewy, der Familie von Ilse Freiberg, verlegt wurde.

Am Markt 8/9 wurde Ilse Freiberg am 15.12.1915 als zweite Tochter des Kaufmanns Sally Lewy und seiner Frau Frieda geboren. Die wenigen gesicherten Informationen ermöglichen es kaum, ein Bild über ihre Kindheit und Jugend zu gewinnen. Im familiengeführten Unternehmen arbeitete Ilse nach ihrer Eheschließung mit dem aus Kroppenstedt stammenden Rolf Freiberg als Verkäuferin in der Filiale Hallesche Straße 25 d. Das junge Ehepaar bezog in der Halleschen Str. 25 um 1937/1938 eine Wohnung, wo Rolf bis zur Geschäftsaufgabe als Dekorateur für seinen Schwiegervater arbeitete.

Die Vielzahl der gesetzlichen Verordnungen ermöglichte kaum noch ein geordnetes und würdevolles Leben für die jüdische Bevölkerung Bernburgs. Seit 1941 zwang man das Ehepaar zum Tragen des Judensterns als Erkennungszeichen ihrer jüdischen Abstammung. Gittel war aufgrund ihres Alters von dieser Bestimmung noch ausgeschlossen, an der Denunzierung wird dies in einer kleinen Stadt wie Bernburg hingegen wenig geändert haben. In dieser angespannten Situation stellte sich im Hause Freiberg am 09.03.1942 erneut Nachwuchs ein. Im Gedenken an den verstorbenen Vater von Ilse, Sally Lewy, benannte man den Sohn Denny mit dem Zweitnamen Sally. Nur einen Monat nach der Geburt des zweiten Kindes mussten sich die Freibergs gemeinsam mit ihrer am Markt wohnenden Verwandtschaft in Bernburg sammeln und sich der Deportation nach Warschau fügen. Hier verliert sich die Spur der Familie. Keiner von ihnen kehrte nach Bernburg zurück.


Autor: Claudia Wengorz
Informationsstand: 2016