Biografie Senger

WIR ERINNERN AN

  • FELIX SENGER UND SEINE FRAU JOHANNA, GEB. SCHÖNFELD

Die Familie Felix Senger ist ab 1917 in Bernburg nachweisbar. Sie stammte aus Ueckermünde und aus einer alteingesessenen Kaufmannsfamilie. Felix Senger wurde am 23. Juli 1882 in Stadt am Stettiner Haff geboren, seine Frau Johanna, geb. Schönfeld, wurde am 22. Juni 1894 in Kesselbach in Hessen geboren.

Die Familie wohnte zunächst in dem stattlichen Haus Lindenstraße 20e, das Isidor Besser gehörte und in dem sich auch das Textilgeschäftes „Deutsche Herrenmoden“ befand. Felix Senger wurde sogleich Inhaber des seit ca. 1900 von Isidor Besser geführten Geschäftes. Am 14.7.1925 wurde der Sohn Friedrich geboren. Die Familie wohnte lt. Adressbuch 1932 und 1934 in der Wasserturmstraße 74 und ab 1936 in der Langen Straße 37, der ehemaligen Schlossbrauerei. Da dieses Grundstück durch Zwangsenteignung der jüdischen Eigentümerin Isabella Oppenheim 1937 in das Eigentum der Stadt überging, musste die Familie schließlich spätestens 1940 in das sog. „Judenhaus“ Friederikenplatz 1 umziehen.

Nach bisherigem Kenntnisstand ist nicht bekannt, wie lange das Herrenmodegeschäft mit dem Inhaber Felix Senger bestanden hatte. Möglicherweise existierte es schon Anfang 1933 nicht mehr, denn auf der Boykottliste für den 1.4.1933 stand das Geschäft nicht.

Die Familie wurde am 13.4.1942 Bernburg nach Magdeburg und einen Tag später in das Ghetto Warschau deportiert. Dort verlieren sich ihre Spuren. Felix wurde 60 Jahre alt, Johanna 48, Friedrich 17.


Quellen:
- Bernburger Adressbücher
- Recherchematerial Gedenkstätte Bernburg
- Gedenkbuch des Bundesarchivs